Grundbegriffe, die du kennen solltest
Jedes Schnittprogramm arbeitet mit denselben Bausteinen. Ein Clip ist eine einzelne Videodatei, so wie sie aus der Kamera kommt. Die Timeline ist die Zeitleiste, auf der du die Clips hintereinanderlegst; sie hat mehrere Spuren für Bild, Ton und Text, die übereinanderliegen wie Folien. Ein Schnitt ist schlicht der Punkt, an dem ein Clip endet und der nächste beginnt. Ein Übergang ist ein weicher Wechsel zwischen zwei Clips, etwa eine Überblendung.
Die Auflösung beschreibt die Bildgröße in Pixeln: 1920 × 1080 heißt Full HD, 3840 × 2160 heißt 4K. Die Bildrate gibt an, wie viele Einzelbilder pro Sekunde gezeigt werden, üblich sind 25, 30 oder 60. Beim Export rechnet das Programm deine Timeline in eine neue Videodatei um; der Codec, meist H.264, legt fest, wie sie komprimiert wird. Mehr Vokabeln brauchst du für die ersten Videos nicht.
Kostenlose Programme, die für den Anfang reichen
Du musst nichts kaufen. Auf dem Mac ist iMovie schon installiert und für einfache Schnitte völlig ausreichend. Auf Windows liegt Clipchamp bei, das ähnlich schlicht funktioniert und ohne Wasserzeichen in Full HD exportiert. Auf dem Smartphone ist CapCut der Standard für kurze Hochformat-Videos; die kostenlose Version deckt Schneiden, Text, Musik und Export ab.
Wer am Computer mehr will, hat zwei ernsthafte Optionen, die ebenfalls nichts kosten: Shotcut ist quelloffen, läuft auf Windows, Mac und Linux und bringt alles mit, was ein Hobbyfilmer braucht. DaVinci Resolve ist ein Profiprogramm, dessen kostenlose Version fast keine Grenzen hat; die Oberfläche wirkt am Anfang voll, aber die Schnittseite allein ist gut lernbar. Ein guter Weg ist, mit dem vorinstallierten Programm anzufangen und erst zu wechseln, wenn dir eine konkrete Funktion fehlt. Ein Wechsel kostet nur Zeit, nicht Geld.
Der Arbeitsablauf für den ersten Schnitt
Bevor du das Programm öffnest, kopierst du alle Clips in einen Ordner auf dem Rechner und schaust sie einmal komplett an. Notiere dir, welche Aufnahmen brauchbar sind, und lösche nichts. Dann legst du im Programm ein neues Projekt an und wählst dabei Auflösung und Bildrate deiner Clips, meist 1080p mit 25 oder 30 Bildern pro Sekunde.
Der eigentliche Schnitt läuft in vier Schritten. Erstens ziehst du die brauchbaren Clips in der geplanten Reihenfolge auf die Timeline. Zweitens kürzt du jeden Clip am Anfang und am Ende, bis nur der Teil übrig bleibt, in dem etwas passiert; das ist der Schritt, der ein Video gut macht. Drittens kümmerst du dich um den Ton: Störgeräusche leiser, Sprache lauter, bei Bedarf eine dezente Musik auf eine eigene Spur, deutlich leiser als die Stimme. Viertens kommen Titel oder Texteinblendungen, sparsam und nur dort, wo sie etwas erklären. Speichere das Projekt zwischendurch, und schau dir das Ganze vor dem Export einmal am Stück an.
Export für Web und Social Media
Für fast alle Plattformen gilt dieselbe Grundeinstellung: Container MP4, Videocodec H.264, Ton als AAC. Was sich unterscheidet, sind Seitenverhältnis, Auflösung und Bitrate. Für YouTube exportierst du im Querformat 16:9 mit 1920 × 1080 Pixeln, in der Bildrate deiner Aufnahmen und mit einer Bitrate von etwa 12 bis 16 Mbit/s; hast du in 4K gefilmt, sind 35 bis 45 Mbit/s üblich.
Instagram Reels, YouTube Shorts und TikTok wollen Hochformat 9:16 mit 1080 × 1920 Pixeln; hier reichen etwa 8 bis 10 Mbit/s, weil die Plattformen das Video ohnehin neu komprimieren. Achte darauf, dass wichtige Texte nicht am oberen oder unteren Rand liegen, dort blenden die Apps ihre Bedienelemente ein. Fast jedes Programm hat für diese Ziele fertige Vorgaben, die genau diese Werte setzen. Prüfe die exportierte Datei einmal auf dem Handy, bevor du sie hochlädst.
Typische Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Der häufigste Fehler ist, zu wenig zu kürzen. Ein Video, das an jeder Stelle zwei Sekunden zu lang ist, wirkt langweilig, auch wenn der Inhalt gut ist. Sei streng: Alles, was nichts zeigt oder erzählt, fliegt raus. Der zweite Fehler ist das Gegenteil, nämlich zu viele Effekte. Übergänge, Zoomfahrten und Filter lenken ab; ein harter Schnitt ist fast immer die bessere Wahl.
Der dritte Fehler betrifft den Ton. Zuschauer verzeihen ein wackeliges Bild, aber keinen schlechten Ton: übersteuerte Sprache, Musik, die die Stimme übertönt, und Lautstärkesprünge zwischen Clips fallen sofort auf. Der vierte Fehler ist fehlende Ordnung: Clips, die über Ordner verteilt sind, ein Projekt, das nie gespeichert wird, und ein Export in falscher Auflösung kosten mehr Zeit als jeder Schnitt. Und der fünfte Fehler ist, zu lange an einem Video zu feilen. Lieber zehn kurze Videos fertig machen als eines perfekt: Übung ist beim Schneiden das Einzige, was wirklich hilft.
Häufige Fragen zur Videobearbeitung für Einsteiger
Welches Programm ist für Einsteiger in die Videobearbeitung am besten?
Das Programm, das auf deinem Gerät schon läuft oder kostenlos ohne Wasserzeichen exportiert. Auf dem Mac ist das iMovie, auf Windows die Clipchamp-App, auf dem Smartphone CapCut. Wer mehr will, nimmt Shotcut oder DaVinci Resolve; beide sind kostenlos, laufen auf allen Systemen und wachsen mit. Wichtiger als das Programm ist, dass du überhaupt anfängst.
Welche Exporteinstellungen brauche ich für YouTube und Instagram?
Für beide reicht das Format MP4 mit dem Codec H.264 und AAC-Ton. Für YouTube exportierst du im Querformat mit 1920 × 1080 Pixeln, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde und etwa 12 bis 16 Mbit/s. Für Reels, Shorts und TikTok nimmst du das Hochformat mit 1080 × 1920 Pixeln und etwa 8 Mbit/s. Fast jedes Programm bringt dafür fertige Vorgaben mit.
Wie lange dauert es, Videobearbeitung zu lernen?
Den ersten sauberen Schnitt aus ein paar Clips schaffst du an einem Nachmittag, wenn du dich auf Kürzen, Anordnen, Ton und Export beschränkst. Nach fünf bis zehn Videos sitzen die Handgriffe, und du weißt, was dein Programm kann. Farbkorrektur, Effekte und Tonmischung kommen danach, jeweils als eigenes kleines Thema.
Programmnamen, Funktionsumfang der kostenlosen Versionen und die Empfehlungen der Plattformen zu Auflösung und Bitrate haben den Stand September 2026 und können sich ändern. Diese Seite ist unabhängig und enthält keine Partnerlinks zu Software.